Kleines Lexikon und Glossar zum Walser-Aufsatz "Unser Auschwitz" (1965) und zu ergänzenden Texten zur "Ermittlung" von Peter Weiss

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SA Abkürzung für Sturmabteilung. Die SA war eine uniformierte und bewaffnete Kampftruppe der NSDAP. Ursprünglich als Saalschutz bei politischen Veranstaltungen der Nationalsozialisten eingesetzt (1921 gegründet), wurde die aus Mitgliedern von Freikorps und Bürgerverbänden rekrutierte Truppe schon bald auch für propagandistische Zwecke und gezielte Terroraktionen eingesetzt.
Die vornehmlich jugendlichen Schlägertrupps der SA waren bereits vor der nationalsozialistischen Machtergreifung gefürchtet. Im Anschluß an den fehlgeschlagenen Hitler-Putsch (1923) wurde die von Hermann Göring geleitete Organisation zunächst verboten. 1925 erfolgte der Neuaufbau unter der Führung Franz Pfeffer von Salomons. Eine Revolte der Berliner SA 1931 führte zur Übergabe der Leitung an Ernst Röhm.
Die immer mächtiger werdende Kampftruppe (1931: 77 000 Mitglieder, 1933: 700 000) beherrschte mit ihren Aufmärschen und Gewaltaktionen schon bald das Straßenbild der in Auflösung begriffenen Weimarer Republik. Mit der Machtergreifung 1933 wurde die SA auch als Hilfspolizei zur Verfolgung politischer Gegner eingesetzt. Zugleich führte sie gegenüber der Partei ein beträchtliches Eigenleben, so daß Hitler schließlich im Anschluß an den Röhm-Putsch (1934) die gesamte Führungsriege der SA ermorden ließ. Röhm hatte die Vereinigung von SA und Reichswehr angestrebt und damit den alleinigen Führungsanspruch Hitlers gefährdet. Unter ihrem neuen Leiter Viktor Lutze konnte die entmachtete Organisation ihren alten Einfluß nicht mehr wiedererlangen, an ihre Stelle trat die neugegründete SS.

Sachsenhausen Das Konzentrationslager Sachsenhausen wurde 1936/37 auf Befehl der SS durch Häftlinge aus den Emslandlagern erbaut. Durch die Nähe zu Berlin und damit zur Gestapozentrale in der Prinz-Albrecht-Straße nahm Sachsenhausen eine Sonderrolle im KZ-System ein. Ein großes SS-Kontingent wurde hierher verlegt, das Lager selbst diente zugleich als Ausbildungsort für KZ-Kommandanten und Bewachungspersonal im ganzen NS-Bereich. Insgesamt wurden 200.000 Häftlinge nach Sachsenhausen deportiert, 140.000 davon wurden registriert. Im August 1941 wurde eine Massenerschießungsanlage errichtet, in der in den folgenden Monaten 13.000 bis 18.000 sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden. Abgesehen von diesen sowjetischen Kriegsgefangenen sind in Sachsenhausen über 30.000 Menschen umgekommen. Am 27.4.1945 befreiten Einheiten der sowjetischen Armee Sachsenhausen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch 3.000, zumeist marschunfähige Häftlinge dort. Das Lager Sachsenhausen wurde bis 1950 vom sowjetischen Innenministerium zur Internierung angeblicher politischer Gegner weiter genutzt.

Shoa siehe Holocaust

Sophokles(um 497/496 v. Chr. bis ca. 406/405 v. Chr.), griechischer Dramatiker. Neben Aischylos und Euripides war er der größte Tragiker der griechischen Antike.
Leben
Sophokles wurde um 497/496 v. Chr. in Colonus Hippius (heute Athen) als Sohn einer vornehmen Familie geboren und erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung. Als junger Mann wurde ihm die Ehre zuteil, jenen jugendlichen Chor zu leiten, der den griechischen Triumph über die Perser in der Seeschlacht bei Salamis besang. 468 v. Chr. besiegte der damals 28-jährige Sophokles mit der (inzwischen verschollenen) Triptolemos-Trilogie im dramatischen Agon-Wettstreit den dreißig Jahre älteren Aischylos, der bis dahin als unbestrittener Meister der Tragödie gegolten hatte. Nach diesem Erfolg gewann er den alljährlich in Athen stattfindenden Wettstreit der Dramatiker etwa 20-mal hintereinander, bevor er 441 v. Chr. seinem Konkurrenten Euripides unterlag. Zu den hohen politischen und kulturellen Ämtern, die Sophokles innehatte, gehörten das des Schatzmeisters des Attischen Seebundes (443/442 v. Chr.) und das des Strategen (441-439 v. Chr.). Außerdem machte der Dichter den Kult des Asklepios in Athen populär und wurde deshalb nach seinem Tod zum Heros stilisiert. Sophokles starb um 406/405 v. Chr. im damals ungewöhnlich hohen Alter von etwa 90 Jahren. Zu seinem Freundeskreis zählten der Historiker Herodot, dessen Geschichtsauffassung er entscheidend prägte, und der Staatsmann Perikles. Vermutlich gehörte Sophokles zwischen 413 und 411 v. Chr. selbst zur Oligarchen-Regierung.
Werk
Sophokles schrieb mehr als 100 Dramen, von denen sieben vollständig und zwischen 80 und 90 als Fragmente erhalten sind. Die sieben vollständig erhaltenen Tragödien sind Aias, Trachiniai (Die Trachinierinnen), Antigone (Antigone), die alle 442 v. Chr. aufgeführt wurden, Oedipus tyrannos (vor 425 v. Chr., König Ödipus), Elektra (zwischen 425 und 409 v. Chr.), Philoktetes (409 v. Chr., Philoktet) und Oedipus epi kolono (Ödipus auf Kolonos). Letztere wurde nach dem Tod des Dichters 401 v. Chr. zur Aufführung gebracht. Ebenfalls erhalten ist ein großer Teil des Satyrspieles Ichneutai (Die Spürhunde), das 1911 in Ägypten auf Papyrusrollen entdeckt wurde. Als älteste der erhaltenen Tragödien gilt Aias: Sie wurde zwischen 455 und 450 v. Chr. verfasst. Vermutlich etwas später entstanden Die Trachinierinnen und Antigone. In letzterer gestaltete Sophokles sein Hauptthema – die selbstverschuldete Verstrickung des aus der Polis ausbrechenden Menschen, der sein Schicksal herausfordert und auf Ratschluß der Götter tragisch scheitert – besonders eindrucksvoll. Hier bestattet Antigone gegen den anderslautenden Befehl des Herrschers von Theben, Kreon, ihren gefallenen Bruder Polyneikes. Die Folge dieses eigenmächtigen Handelns ist nicht nur Antigones eigener Tod, sondern auch der ihres Verlobten Hämon (Kreons Sohn) und seiner Mutter Eurydike (Kreons Ehefrau).
In den Tragödien Aias, Die Trachinierinnen, Elektra und Philoktet wird dieses Grundthema variiert. Aristoteles schätzte besonders den König Ödipus und lobte in seiner Poetik dessen meisterlichen Aufbau und die Darstellung der tragischen Ironie, bei der sich, in einer Umkehrung des Wortsinns, die von den Protagonisten ausgesprochenen Sentenzen erfüllen. Im Zentrum der Handlung steht der heldenhafte Bezwinger der Sphinx, Ödipus, der Schritt für Schritt die vom Orakel prophezeite grauenhafte Wahrheit erkennen muss, unwissentlich seinen Vater Laios erschlagen und mit Iokaste seine eigene Mutter geheiratet zu haben („Der Mörder, den du suchst, das bist du selbst“). In dem Stück Ödipus auf Kolonos söhnt sich der blinde und alt gewordene Ödipus mit dem Schicksal aus, nimmt nach vielen Jahren selbstgewählter Verbannung, während derer ihm nur seine Tochter Antigone die Treue hielt, Abschied von der Welt und wird in den Hain der Götter aufgenommen. Formal stehen die Tragödien des Sophokles zwischen dem Pathos eines Aischylos und der ausgefeilten, psychologisch argumentierenden Rhetorik des Euripides. Im Bereich der Dramentechnik sind einige Neuerungen auf Sophokles zurückzuführen: So erhöhte er die Zahl der Choreuten von 12 auf 15, reduzierte gleichzeitig die Bedeutung des Chors und führte einen dritten Schauspieler ein, so dass sich nicht nur ein umfangreicheres Handlungsgeschehen umsetzen ließ, sondern auch das Spektrum der Charaktere ausgebaut werden konnte. Weiterhin brach er mit der seit Aischylos etablierten Aufführungstradition der Trilogie und verfasste seine Tragödien als dramaturgisch und inhaltlich geschlossene Einheiten. Auch wenn Euripides für die Entwicklung des römischen und frühen europäischen Dramas ungleich wichtiger wurde, so nahmen sich doch bereits frühzeitig zahlreiche Dichter wie Seneca, Corneille und Racine in Bearbeitungen der Stoffe des Sophokles an. Von einer Neubewertung zur Mitte des 18. Jahrhunderts zeugt nicht zuletzt Gotthold Ephraim Lessings Trauerspiel Philotas (1759). Auch Heinrich von Kleist übernahm in Der zerbrochene Krug (1811) das „detektivische“ Grundschema der sophokleischen Ödipus-Fabel.
Quelle: Encarta 99

Der Jüngling Sophokles hat »nach der Seeschlacht bei Salamis, während die Athener das Siegesdenkmal errichteten, die Lyra in der Hand, im Gymnastenkleid und gesalbt, die Sänger des Siegeschorals angeführt«. So lautet der bekannteste Satz der erhaltenen Sophoklesbiographie, die, antiker SItte gemäß, seinem Werk vorangestellt worden ist. Es war die Generation, die im Schatten der Marathonkämpfer heranwuchs, aber aus sich heraus ein ganz neues Athen schuf : die Stadt der Marmortempel, den neuen Mittelpunkt von Hellas. Ehre und Erfolg haben das Leben des aus wohlhabender athenischer Familie Stammenden von früh auf geschmückt. Aischylos, den Meister, besiegt er als noch nicht Dreißigjähriger nach der Überlieferung gleich mit seiner ersten Tragödienaufführung (468), während im darauffolgenden Jahrzehnt beide miteinander um den Kranz ringen. Als Nausikaa entzückt Sophokles die Zuschauer durch sein Ballspiel, als Kitharode Thamyras durch sein Lautenspiel. Zwar hat seine Tätigkeit als Schauspieler wohl früh aufgehört, doch mindestens achtzehnmal hat er als Dichter den ersten Preis errungen, sonst, wie es heißt, stets den zweiten. Hohe Staatsämter hat er verwaltet, so 443/42 das des Sahatzmeisters des Attischen Seebundes, 441 bis 439 das des Strategen. Eine unversiegende Kraft des Geistes läßt ihn bis fast zum neunzigsten Jahre Werk auf Werk schaffen. Mancherlei antikes Zeugnis nennt ihn Liebling der Götter und der Menschen; als solcher erscheint er noch in der Unterwelt der 'Frösche' des Aristophanes. Siegesgewiß, schön, fast elegant zeigt ihn die bekannte Porträtstatue des 4. Jahrhunderts, von der uns im Lateran eine Kopie erhalten ist; seit langem aber hat man ihr den viel ausdrucksvolleren Kopf im Britischen Museum entgegengestellt, in dessen schon müden Augen doch noch etwas ruht vom Seherblick des tragischen Dichters. Im Volk hat man ihn nach seinem Tode als Heros verehrt, da er den Asklepiosdienst in Athen mitbegründet hat, denn »er war einer von den Gottesfürchtigsten«, sagt ein antiker Dramenerklärer, und Kultus, Orakel, Seherspruch waren für ihn schlechthin und fraglos Heiliges. Wie er zum Kreise des Perikles gehörte, so erscheint er geradezu als der Repräsentant der Perikleischen Epoche, in der harmonischen Kraft seines Wesens, die freilich die dunkelsten, schauerlichsten Töne mit umfaßte. Seine »Heiterkeit« ist eben, wie die der klassischen Zeit überhaupt, sieghafte Bezwingung des Abgründigen. Über 120 dramatische Spiele hatten noch die alexandrinischen Gelehrten von ihm in Händen. Eine Unzahl von Plänen, Entwürfen, Halbausgeführtem müssen wir darüber hinaus voraussetzen. [...] (Quelle: Kranz, Geschichte der griechischen Literatur)

SS Abkürzung für Schutzstaffel. Die im Umfeld der nationalsozialistischen Bewegung angesiedelte paramilitärische Gruppe wurde 1925 zunächst als so genannte "Stabswache" zum persönlichen Schutz Adolf Hitlers und später auch anderer NSDAP-Funktionäre gegründet.
Anfänglich noch der SA unterstellt, entwickelte sich die SS zunehmend zu einer Elitetruppe mit besonderen Aufträgen. Unter ihrem "Reichsführer SS" Heinrich Himmler (ab 1929) übte die Gruppe auch "Polizeifunktionen" innerhalb der NSDAP aus, so ermordeten SS-Angehörige 1934 die Führungsriege der SA im Rahmen des so genannten Röhm-Putsches.
In der Folge wurden zahlreiche Unterabteilungen gebildet, so z. B. 1931 das Rasse- und Siedlungshauptamt (RuSHA), dessen Aufgabe die Heranbildung einer "rassisch wertvollen" Führungselite sein sollte; das SD-Amt (SD = Sicherheitsdienst), ein Geheimdienst zur Bekämpfung externer wie interner Gegner (Leiter: Reinhard Heydrich), der u. a. auch die Stimmungslage in der Bevölkerung ausspionierte; und die Sicherheitspolizei (Sipo) als Dachorganisation für Kriminal- und Geheime Staatspolizei (Gestapo).
Besondere Einsatzgruppen betrieben - verstärkt nach Kriegsbeginn - die Verfolgung und Ermordung Hunderttausender von Menschen, die aus rassischen (Juden, Sinti und Roma), moralischen (Homosexuelle u. a.) oder politischen Gründen eliminiert werden sollten (Endlösung).
Zur Bewachung der flächendeckend eingerichteten Konzentrationslager wurden die SS-Totenkopfverbände eingesetzt (1938: 8 500 Mitglieder). Nicht zuletzt auch mit der ab 1939 stark ausgebauten Waffen-SS hatte die Organisation somit maßgeblichen Anteil an der geradezu industriell betriebenen Vernichtung von Millionen von Menschenleben. Massenexekutionen in den besetzten Ländern taten ein Übriges. Die SS (1939: 240 000 Mitglieder) übernahm während des Krieges zunehmend auch politische und administrative Aufgaben: Sie betrieb (ab 1942) die Verwaltung der Konzentrationslager einschließlich der wirtschaftlichen Ausbeutung der Häftlinge (I.G.) (Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft), siedelte "Fremdvölkische" aus den Ostgebieten gewaltsam aus und "Volksdeutsche" an.
In den Nürnberger Prozessen nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Diktatur wurde die SS 1946 als Hauptinstrument des politischen Terrors erkannt und zur "verbrecherischen Organisation" erklärt.

Stark Hans, 10 Jahre Zuchthaus (Auschwitz-Prozess)

stilisieren 1. etwas nur in seinen positiven Eigenschaften beschreiben; 2. etwas nur in seinen wichtigsten Bedeutungen darstellen

subjektiv vom Subjekt aus, individuell, nicht allgemein gültig

subtil in den Feinheiten bedeutend: z.B. subtile Unterscheidung: in den Einzelheiten wichtige Kritik; häufig auch kritisch (z.T. abwertend) verwendet: z.B. subtile Kritik: eine Kritik, die nicht auf den ersten Blick erkennbar ist (»Du mit deiner subtilen Kritik!«)

völkisch häufig in nationalsozialistischen Schriften verwendeter Ausdruck, der oft in der zusätzlichen Bedeutung »rassisch« gebraucht wird

Wannseekonferenz am 20. Januar 1942 in Berlin-Wannsee abgehaltene Geheimbesprechung von Nationalsozialisten, zu der Reinhard Heydrich, Chef der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes (SD), Spitzenvertreter von SS-Dienststellen und von allen betroffenen Staatsbehörden eingeladen hatte. Thema war die Koordination des Massenmordes an den Juden, bezeichnet als "Endlösung der europäischen Judenfrage". Protokoll führte SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann. Auf Veranlassung Adolf Hitlers hatte Hermann Göring am 31. Juli 1941 Heydrich mit der Ausarbeitung eines "Gesamtentwurfs" beauftragt.
Etwa 370 000 Juden waren zuvor schon in Erschießungsaktionen der Heydrich unterstehenden Einsatzgruppen in besetzten polnischen und russischen Gebieten umgebracht worden. Heydrichs Plan bezweckte die Rationalisierung der Judenverfolgung und ihre systematische Ausdehnung auf alle unter deutschem Zugriff stehenden Gebiete, die es von "rund elf Millionen Juden" zu "säubern" galt. Sie sollten in Ghettos und Konzentrationslager nach Polen deportiert und dort durch "natürliche Verminderung" infolge von Zwangsarbeit vernichtet werden. "Der allfällig verbleibende Restbestand wird (...) entsprechend behandelt werden müssen, da dieser, eine natürliche Auslese darstellend, bei Freilassung als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaues anzusprechen ist."
Mit der Wannseekonferenz begann eine Mordmaschinerie anzulaufen, an der zahlreiche Institutionen, Ämter, Industriebetriebe sowie Teile der SS, der Polizei und des Militärs beteiligt waren und die insgesamt Hunderttausende von Menschen beschäftigte. Etwa sechs Millionen Menschen fielen der historisch einzigartigen, rassenideologisch motivierten Vernichtungsaktion, dem größten Verbrechen in der Menschheitsgeschichte, zum Opfer.

Weiss Peter, geboren am 8. 11. 1916 in Nowawes bei Berlin, wuchs auf in Berlin und Bremen. Sohn eines jüdischen Textilfabrikanten österreichisch-ungarischer Herkunft und tschechoslowakischer Staatsbürgerschaft; die Mutter, deren Vorfahren aus Straßburg und Basel kamen, war vor ihrer Heirat eine erfolgreiche deutsche Schauspielerin. 1934 Emigration mit den Eltern über London nach Prag, wo er 1936/38 die Kunstakademie besuchte. 1939 Obersiedlung via Schweiz nach Schweden. Seit 1945 schwedischer Staatsbürger. Arbeitete zunächst als Maler. Eine erste Ausstellung seiner Bilder veranstaltete er schon 1940 in Stockholm. Von 1947 bis 1952 erste Phase literarischer Arbeit, schrieb Prosagedichte, Prosa und Theaterstücke teils in schwedischer, teils in deutscher Sprache. 1952 bis 1960 Erfolge mit Experimental - und Dokumentarfilmen, auch mit Collagen. 1960 erste Veröffentlichung in Deutschland, hiernach nur noch schriftstellerische Arbeit. War Mitglied des PEN-Zentrums der Bundesrepublik Deutschland. Wohnort blieb Stockholm, wo Peter Weiss am 10. Mai 1982 gestorben ist. Preise: Charles-Veillon-Preis (1963); Lessingpreis der Freien und Hansestadt Hamburg (1965); Heinrich-Mann-Preis (1966); Literaturpreis der schwedischen Arbeiterbildungsbewegung (1966); Carl-Albert-Anderson-Preis (1967); Thomas-Dehler-Preis (1978); Preis des SWF-Literatur- magazins (1981); Literaturpreis der Stadt Köln (1981); Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen (1982); Georg-Büchner-Preis (1982, posthum); Schwedischer Theaterkritikerpreis (1982, posthum).

Zyklon B war ein gängiges Insektenvertilgungsmittel, das in nationalsozialistischen Lagern, vor allem in Auschwitz, zur Ermordung von Menschen verwendet wurde. In anderen Lagern erfolgte die Vergasung auch durch Kohlenmonoxyd oder Motorenabgase. Die Herstellung von Zyklon B und seine Lieferung an die Lager lagen in der Hand der Degesch in Frankfurt a.M, einer Tochterfirma der IG Farben. Siehe auch I.G.-Farben

Zynismus verletzender, (menschen)verachtender Spott; vgl. die vernichtend-verletzende Überschrift über dem Eingangstor des KZ Auschwitz: »Arbeit macht frei«.


Quellen / MitarbeiterInnen: Encarta 99; Holocaust-Glossar des ShoaNet ; Jugendlexikon Nationalsozialismus; Diesterweg-Kommentar zu P. Weiss, Die Ermittlung; Deutsch als Fremdsprache; Fremdwörterduden; Deutsch betrifft uns Nr. 1/1999; KLG; Referat von Brigitte Kukowka und Annette Smuda, LKD 214, Roman Oertel



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